Endlich glücklich und entspannt

mit deinem Hund

 



Eine wahre Geschichte


Wenn ein Hund die Verantwortung für zwei übernimmt

Smartie* war etwa drei Jahre alt, als Martina* ihn aus dem Tierheim adoptierte. Ein wunderschöner, großer Rüde – vermutlich eine Mischung aus verschiedenen Jagdhunderassen. Ein stolzer Hund. Würdevoll, präsent und sehr aufmerksam.

 

Einer, der einen Raum nicht einfach betritt, sondern erscheint – und alles wahrnimmt.

 

Martina wirkte nach außen deutlich sicherer, als sie sich innerlich fühlte. Sie hatte in ihrer Kindheit emotionale und körperliche Gewalt erlebt und früh gelernt, ihre Unsicherheit so gut zu verbergen, dass andere Menschen sie kaum bemerkten.

 

Smartie bemerkte sie.

 

Und weil er selbst so viel Kraft, Stolz und Präsenz mitbrachte, begann er, Verantwortung für beide zu übernehmen.

 

Er hielt fremde Männer fern – insbesondere jene, die Martina selbst verunsicherten.

Er hielt sich fremde Rüden vom Leib und verletzte einige von ihnen schwer.

Er war stark leinenaggressiv, hatte einen enormen Freiheitsdrang und war ein ausgesprochen guter Beschützer.

 

Smartie war kein Hund, der grundlos „schwierig“ war. Er erfüllte eine Aufgabe.

 

 

Wenn ein Hund seine Aufgabe loslassen darf

 

Smartie hatte Verantwortung für beide übernommen und wenn dieses gerade nicht seine gefühlte Aufgabe war, lebte er seinen enormen Freiheitsdrang aus.

 

Um daran wirklich etwas verändern zu können, reichte es nicht, nur auf SEIN Verhalten zu schauen.

 

Wir mussten verstehen, WARUM Smartie glaubte, diese Aufgaben übernehmen zu müssen.

 

Martina hatte, wie bereits erwähnt, in ihrer Kindheit emotionale und körperliche Gewalt sowie regelmäßige Beschämungen erlebt. Sie hatte gelernt, ihre Unsicherheit nach außen zu verbergen. Doch innerlich lehnte sie sich selbst in vielem ab.

 

In schwierigen Situationen reagierte sie deshalb manchmal aggressiv. Nicht, weil sie Smartie mit Härte oder Dominanz führen wollte. Ihre Aggression entstand aus der Unsicherheit und Selbstablehnung, die sie seit ihrer Kindheit in sich trug.

 

In unserer gemeinsamen Arbeit setzte sich Martina intensiv mit ihrer Vergangenheit auseinander. Sie begann zu verstehen, woher ihre Unsicherheit kam – und dass sie längst nicht mehr das beschämte und machtlose Kind von damals war.

 

Sie hatte in ihrem Leben viel erreicht. Sie besaß Fähigkeiten, Kraft und Handlungsmöglichkeiten, die sie selbst lange nicht wirklich sehen konnte.

 

Je mehr Martina sich selbst verstand und annahm, desto weniger musste sie gegen sich kämpfen. Die reaktive Aggression wich zunehmend innerer Klarheit, Kraft und authentischer Selbstsicherheit.

 

Und noch etwas Entscheidendes wurde sichtbar:

In Smarties übergroßem Freiheitsdrang zeigte sich auch Martinas eigene, lange ungelebte Sehnsucht nach Freiheit.

 

Als Martina begann, sich diese Freiheit selbst zu nehmen und das Leben zu führen, das sie wirklich leben wollte, musste Smartie sie nicht mehr in derselben übersteigerten Form für beide ausleben.

 

Ich möchte nichts beschönigen, denn Smartie hat bis heute einen großen Freiheitsdrang. Er ist auch noch immer derselbe stolze, präsente und würdevolle Hund. Und trotzdem läuft er heute fast überall ohne Leine, denn Martina kann ihn äußerst fein und subtil lenken – aus einer inneren Klarheit heraus, die Smartie versteht und der er vertrauen kann.

 

Dabei war Martina eines immer besonders wichtig:

Smartie sollte weder seinen Stolz noch seine Würde verlieren. Und genau das musste er auch nicht.

 

Smartie musste nicht kleiner werden, damit Martina größer werden konnte. Er musste auch nicht kleiner werden, damit sie ihn führen konnte.

 

Heute führen die beiden ein enges, erfülltes und glückliches Leben miteinander.

 

*) Die Namen wurden zum Schutz der Beteiligten geändert.